Tipps für Familien

Hier finden Sie praktische Hilfe für den Alltag – ohne Technik-Vorwissen. Alle Tipps stammen aus seriösen Quellen oder aus den Erfahrungen der Eltern in unserer Initiative.

Erreichbar ohne Smartphone

Die meisten Wünsche lassen sich auch ohne Smartphone erfüllen

Ihr WunschMögliche Lösung
Mein Kind soll mich anrufen können.Ein einfaches Handy ("Tastenhandy") zum Telefonieren und für SMS.
Ich möchte wissen, wo mein Kind ist.Eine Kinder-Smartwatch mit Ortungsfunktion.
Mein Kind will sich mit Freunden verabreden.Anruf oder SMS - so wie früher. Viele Kinder empfinden das ohne ständige Gruppenchats sogar als entlastend.
Die Schule nutzt eine App oder Lernplattform.Schülertickets werden über das Schulsekretariat bestellt. Viele Verkehrsunternehmen, zum Beispiel die wupsi, geben Tickets als Chipkarte aus - dafür braucht es kein Smartphone. Fragen Sie im Sekretariat Ihrer Schule nach.
Musik und HörbücherEin eigener Musik-/Hörbuchspieler ohne Internetbrowser.
Apple iPhone in ein “dummes Telefon” verwandeln.Lesen Sie hierzu unseren Praxistipp und lassen Sie sich überraschen, wie sicher ein iPhone werden kann. Keine lästige Bildschirmzeitfreigabe, keine Diskussionen über Apps und In-App Player, etc.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Achtung, “moderne” Tastenhandys: Manche Geräte sehen aus wie einfache Handys, haben aber einen Internetbrowser, eine Kamera oder sogar Apps. Lesen Sie die Produktbeschreibung genau: Steht dort “Browser”, “Apps”, “4G-Internet” oder “WhatsApp”? Dann kann Ihr Kind damit ins Internet.
  • Kinder-Smartwatches: Achten Sie darauf, dass die Uhr keine heimliche Abhörfunktion hat (oft “Babyphone-” oder “Monitorfunktion” genannt). Solche Uhren hat die Bundesnetzagentur 2017 in Deutschland verboten, weil man damit unbemerkt die Umgebung des Kindes - zum Beispiel den Unterricht - belauschen kann.
  • Kamera: Eine Kamera ist praktisch, bedeutet aber auch, dass Fotos von anderen entstehen und weitergeschickt werden können. Besprechen Sie das mit Ihrem Kind.

Fragen Sie in unserer Elterninitiative oder der zugehörigen WhatsApp-Gruppe nach aktuellen Erfahrungen.
 

Wenn das erste Smartphone kommt

Irgendwann kommt das erste Smartphone. Diese Schritte helfen, den Einstieg gut zu gestalten.

1. Prüfen: Ist mein Kind bereit? Die EU-Initiative klicksafe bietet eine Checkliste “Ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone?”. Sie hilft, die Frage gemeinsam mit Ihrem Kind zu besprechen – statt nur nach dem Alter zu gehen.

2. Das Gerät gemeinsam einrichten Richten Sie das Smartphone zusammen mit Ihrem Kind ein, nicht allein im Voraus. So versteht Ihr Kind, warum es welche Einstellungen gibt.

Kurz erklärt – Jugendschutz-Einstellungen (Kindersicherung): Einstellungen im Handy, mit denen Eltern zum Beispiel festlegen, welche Apps installiert werden dürfen, wie lange das Handy täglich genutzt werden kann und welche Inhalte gesperrt sind. Bei iPhones heißt die Funktion “Bildschirmzeit”, bei Android-Handys bietet Google die App “Family Link” an.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Bildern – für iPhone, Android und viele Apps – finden Sie kostenlos auf medien-kindersicher.de.

Regeln gemeinsam festlegen Auf mediennutzungsvertrag.de (ein Angebot von klicksafe und Internet-ABC) können Sie mit Ihrem Kind einen “Mediennutzungsvertrag” erstellen: Wann darf das Handy genutzt werden? Wo bleibt es nachts? Welche Apps sind erlaubt? Es gibt Vorlagen für Kinder bis 12 und über 12 Jahre - und auch Regeln für die Eltern. Tipp aus der Anleitung: Regeln nicht direkt nach einem Streit aufstellen, sondern in einem ruhigen Moment.
 

Bewährte Regeln aus unserer Elterninitiative

  1. Das Handy schläft nachts nicht im Kinderzimmer, sondern z. B. in der Küche.
  2. Keine Handys am Esstisch - auch nicht für Eltern.
  3. Neue Apps werden vorher gemeinsam angeschaut.
  4. Unser Kind darf jederzeit zu uns kommen, wenn es etwas Komisches gesehen oder gemacht hat - ohne dass dann das Handy weggenommen wird.