Was die Forschung sagt
Forschung zu sozialen Medien ist schwierig. Viele Studien zeigen Zusammenhänge: Kinder, die viel Social Media nutzen, haben zum Beispiel häufiger Schlafprobleme. Ob das eine das andere verursacht, lässt sich oft nicht sicher beweisen. Ein Beispiel: Ein Kind, das schlecht schläft, greift vielleicht auch nachts eher zum Handy. Seriöse Wissenschaftler formulieren deshalb vorsichtig.
Trotzdem empfehlen führende Fachleute, schon jetzt zu handeln. Man nennt das Vorsorgeprinzip: Schutzmaßnahmen sollen bereits greifen, wenn es deutliche Hinweise auf Risiken gibt - auch wenn noch nicht alles abschließend bewiesen ist. Ein Vergleich: Wir lassen Kinder auch nicht ohne Helm Rad fahren, bis bewiesen ist, dass dieses Kind stürzen wird.
KIM-Studie 2024 (Kinder von 6 bis 13 Jahren)
Das Gegenstück zur JIM-Studie für Jüngere: 46 Prozent der 6- bis 13-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone, ab 10 Jahren mehr als die Hälfte. 42 Prozent der Kinder in diesem Alter, die das Internet nutzen, verwenden regelmäßig TikTok – obwohl das Mindestalter bei 13 Jahren liegt.
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Italienische Langzeitstudie zu Schulleistungen (Nature Human Behaviour, August 2026)
Forschende um Marco Gui (Universität Mailand-Bicocca) haben die Schulleistungen von 5.227 Schülerinnen und Schülern aus 28 norditalienischen Schulen über mehrere Jahre ausgewertet. Wer schon in der 6. bis 8. Klasse ein eigenes Social-Media-Konto eröffnete, schnitt später in Italienisch und Mathematik schlechter ab als Kinder, die erst ab der 9. Klasse (mit 14 bis 15 Jahren) einstiegen. Die Autoren betonen selbst, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten.
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