Fragen & Einwände
Wird mein Kind dann nicht zum Außenseiter?
Diese Sorge ist berechtigt – und genau deshalb gibt es uns. Allein zu warten ist schwer. Wenn aber in einer Klasse fünf, zehn oder fünfzehn Familien mitmachen, ist ein Kind ohne TikTok kein Einzelfall mehr. In Solingen berichten die Schulen nach dem ersten halben Jahr, dass die Kinder in den Pausen wieder mehr miteinander spielen.
Geht es um ein Handyverbot?
Nein. Ob und wann Ihr Kind ein Handy oder Smartphone bekommt, entscheiden Sie. Unsere Vereinbarung betrifft eigene Konten in sozialen Netzwerken. Viele Familien in unserer Initiative starten mit einem einfachen Handy – Tipps dazu finden Sie unter „Erreichbar ohne Smartphone".
Warum 13 - und nicht 14 oder 16?
13 Jahre ist das Mindestalter, das die großen Plattformen selbst vorgeben, und die Grenze, die Leopoldina und Expertenkommission empfehlen. Es ist eine Untergrenze. Andere Initiativen, zum Beispiel in Bedburg, empfehlen, mit dem eigenen Smartphone bis 14 zu warten. Jede Familie kann länger warten.
Mein Kind muss doch lernen, mit Medien umzugehen.
Unbedingt. Aber Medienkompetenz entsteht nicht dadurch, dass ein Kind früh allein TikTok nutzt. Sie entsteht durch Begleitung: gemeinsam Videos anschauen und besprechen, Werbung erkennen, ein eigenes Video schneiden, einen Text am Computer schreiben. Das geht auch ohne eigenes Social-Media-Konto.
Reichen Jugendschutz-Einstellungen nicht aus?
Sie sind wichtig und wir empfehlen sie ausdrücklich (siehe „Wenn das erste Smartphone kommt"). Sie sind aber kein vollständiger Schutz: Einstellungen können umgangen werden, und im Klassenchat oder auf dem Handy eines Freundes greifen sie nicht. Außerdem führen sie in vielen Familien zu täglichem Aushandeln.
Die Schule oder der Sportverein verschickt Infos per WhatsApp.
Das ist in vielen Familien der häufigste Grund für ein frühes Smartphone. Lösungen: Die Eltern sind in der Gruppe und geben die Infos weiter, oder die Gruppe läuft über das Familien-Handy. Mehr dazu unter „Klassenchat & Gruppendruck". Übrigens: Auch WhatsApp nennt in Europa ein Mindestalter von 13 Jahren.
Ist bewiesen, dass Social Media schadet?
Ehrlich: Nicht in jedem Punkt. Viele Studien zeigen deutliche Zusammenhänge, etwa mit Schlafproblemen, Angst- und Depressionssymptomen, einige auch mit schlechteren Schulleistungen. Führende Fachleute empfehlen deshalb, nach dem Vorsorgeprinzip zu handeln. Mehr unter „Was die Forschung sagt".
Was ist, wenn wir die Vereinbarung nicht durchhalten?
Dann ist das so. Die Vereinbarung ist freiwillig, niemand kontrolliert sie, niemand wird angeprangert. Jeder Monat, den ein Kind später einsteigt, zählt.
Mein Kind hat schon TikTok oder Instagram. Kann ich trotzdem mitmachen?
Ja, herzlich gern. Sie können die Nutzung begleiten, Sicherheitseinstellungen setzen, gemeinsam Regeln vereinbaren – und anderen Eltern mit Ihren Erfahrungen helfen.
Was ist mit YouTube und Online-Spielen?
Auch hier gibt es Chats mit Fremden, Werbung und Mechanismen, die zum Weitermachen verleiten. Unsere Vereinbarung konzentriert sich auf soziale Netzwerke, aber die Tipps auf dieser Website gelten genauso für YouTube und Spiele.