Wir sind eine Elterninitiative aus Leichlingen im Rheinland

Wir sind Mütter und Väter mit Kindern an verschiedenen Leichlinger Schulen. Wir sind keine Partei, kein Verein und kein Unternehmen. Wir verkaufen nichts. Uns Eltern verbindet eine Frage, die viele Familien umtreibt: Ab wann ist unser Kind bereit für die Inhalte der soziale Netzwerke?

Was wir tun

  • Wir vernetzen Eltern über Schulgrenzen hinweg - bei regelmäßigen Elternabenden in lockerer Runde.
  • Wir tauschen Erfahrungen aus: Welches Handy ohne Apps ist empfehlenswert? Wie gehe ich mit dem Klassenchat um? Was sage ich, wenn “alle anderen” schon bei WhatsApp sind oder TikTok nutzen?
  • Wir suchen das Gespräch mit den Leichlinger Schulen und der Stadt.
  • Wir stärken uns gegenseitig den Rücken, damit Eltern konsequent und trotzdem gelassen bleiben können.
     

Wir sind nicht technikfeindlich – im Gegenteil

Unsere Kinder sollen fit werden für die digitale Welt: kreativ, kompetent und kritisch. Diese Fähigkeiten entstehen aber nicht dadurch, dass man ein zehnjähriges Kind mit WhatsApp, TikTok oder Instagram allein lässt. Ein Vergleich: Radfahren lernt ein Kind auch nicht, indem man es ohne Helm auf die Bundesstraße schickt - sondern Schritt für Schritt, erst auf dem Hof, dann in der Spielstraße, dann mit Begleitung.

Medienkompetenz bedeutet deshalb auch zu erkennen, wann ein Kind für etwas noch nicht bereit ist.

Kurz erklärt - Medienkompetenz: Die Fähigkeit, Medien sinnvoll, sicher und kritisch zu nutzen: zum Beispiel zu erkennen, ob eine Nachricht stimmt, ob ein Video Werbung ist oder wann man lieber aufhört.

Wir sind nicht allein

Die Idee, gemeinsam zu warten, verbreitet sich. In Solingen verzichten die Fünftklässler stadtweit auf TikTok, Instagram und Snapchat - auf Grundlage von Vereinbarungen zwischen Schulen und Eltern. Eine erste Bilanz nach einem halben Schuljahr fiel überwiegend positiv aus. In Bedburg hat sich nach unserem Vorbild eine befreundete Initiative mit demselben Namen gegründet (letkidsbekids.de). Auch international gibt es ähnliche Elternbewegungen, zum Beispiel “Smartphone Free Childhood” in Großbritannien und “Wait Until 8th” in den USA.

 

Unser Ziel: die Elternvereinbarung

Worum es geht

Wir wollen den Druck von den Familien nehmen, der entsteht, wenn sich Kinder als Außenseiter fühlen. Deshalb werben wir für eine freiwillige Elternvereinbarung:

Möglichst viele Leichlinger Familien vereinbaren, ihren Kindern eigene Social-Media-Konten frühestens ab 13 Jahren zu erlauben.

Aus “Ich darf nicht” wird so: “Bei uns machen das viele so.”

Die Elternvereinbarung wird von den weiterführenden Schulen im Rahmen der Schulanmeldungen und an den Elternabenden ausgelegt. Die Elternvereinbarung lässt sich auch hier - zur Ansicht - herunterladen.

Warum ausgerechnet 13?

  • Die Social Media Plattformen selbst setzen dieses Mindestalter: Instagram, TikTok, Snapchat und WhatsApp nennen in ihren Nutzungsbedingungen 13 Jahre. Eine echte Altersprüfung gibt es bei der Anmeldung nicht.
  • Die Wissenschaft: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, dass Kinder unter 13 Jahren keine Social-Media-Konten einrichten dürfen. Für 13- bis 15-Jährige sollen soziale Medien nur mit gesetzlich geregelter Zustimmung der Eltern nutzbar sein.
  • Die Politik: Auch die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission “Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt” empfiehlt im Juni 2026 eine Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien.
  • Die EU: Der neue EU Kids Act soll Kinder europaweit besser vor den Gefahren von Social Media schützen. Der Vorschlag verbietet, dass Social-Media-Plattformen ihre Dienste für Kinder unter 13 Jahren zugänglich machen, und legt ein EU-weites Mindestalter von 15 Jahren für die Eröffnung eines eigenen Social-Media-Kontos durch Minderjährige fest

13 Jahre ist für uns eine Untergrenze, kein Startschuss. Jede Familie kann länger warten - und viele tun das auch. Die Leopoldina empfiehlt auch für 13- bis 15-Jährige eine elterliche Begleitung.
 

Was die Vereinbarung ist – und was nicht

  • Sie ist freiwillig. Niemand wird kontrolliert, niemand wird angeprangert.
  • Sie ist kein Handyverbot. Ob und wann Ihr Kind ein Handy oder Smartphone bekommt, entscheiden Sie selbst. Es geht um eigene Konten in sozialen Netzwerken.
  • Sie ist ein Versprechen unter Eltern, sich gegenseitig zu stützen - damit kein Kind das einzige ohne Social Media Account ist.